VERZICHT AUF BALLONS

MEINE BITTE AM ENDE
Wenn ihr nach emotionalen Alternativen sucht, gibt es wunderschöne Möglichkeiten:
Gestaltet ein großes Herz aus Windlichtern auf dem Hof oder im Garten der Location. Am Abend entzündet, begleitet es euch mit warmem Licht durch die Nacht.Auch Bäume pflanzen ist eine wunderbare Idee. Vielleicht nicht direkt am Hochzeitstag, aber als gemeinsames Erlebnis danach. Ein lebendiges Zeichen für Wachstum und Zukunft.
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, das zu lesen. Und danke, wenn ihr euch dafür entscheidet, an eurem Hochzeitstag auf fliegende Ballons zu verzichten.
BALLONS STEIGEN LASSEN AM HOCHZEITSTAG
Ich möchte ein Thema ansprechen, das mir persönlich sehr am Herzen liegt : das Ballonsteigen lassen am Hochzeitstag.
Es ist ein weltweit bekannter Hochzeitsbrauch. Auch ich und viele Kolleginnen und Kollegen erleben ihn jedes Jahr und halten ihn fotografisch fest. Und doch sind es Bilder, auf die ich rückblickend gern verzichtet hätte. Bitte verzeiht mir diese Offenheit.
Ballons steigen hoffnungsvoll in den Himmel, wir schauen ihnen nach, bis sie verschwinden. Wünsche werden auf Karten geschrieben, verbunden mit der Hoffnung, dass sie ihren Weg zurückfinden und dem Brautpaar Glück überbringen. Der Gedanke dahinter ist poetisch und liebevoll. Niemand hat dabei etwas Böses im Sinn.
Leider ist die Realität eine andere. Die meisten Karten kommen nie zurück. Sie landen in der Natur. Ballons und Schnüre werden von Tieren für Nahrung gehalten, führen zu schweren Verletzungen oder zum Tod. Sie verschmutzen Wiesen, Wälder, Seen und Meere.
Mir ist wichtig zu sagen: Niemand macht das absichtlich. Genau deshalb spreche ich dieses Thema an. Aus Überzeugung bin ich gegen das Steigenlassen von Ballons. Was wir loslassen, lassen wir nicht nur symbolisch fliegen, sondern auch als Müll in die Umwelt.
Auch Ballons aus Naturkautschuk sind keine Lösung. Studien zeigen, dass sie mit Weichmachern und Schutzstoffen behandelt sind und viele Jahre brauchen, um sich abzubauen. Für Tiere und Umwelt sind sie nicht unbedenklich.
In einigen Ländern wie Australien, Großbritannien und Teilen der USA ist das Ballonsteigenlassen inzwischen verboten. Ein Schritt, den ich sehr begrüße.
Ich wünsche mir außerdem, dass ihr dieses Thema gern auch mit euren Gästen besprecht. Oft sind es Überraschungen, die von Herzen kommen sollen und genau deshalb nicht hinterfragt werden. Für zwei Minuten Emotion ist diese Geste jedoch unverhältnismäßig teuer und am Ende nichts anderes als Müll, der in der Umwelt landet. Niemand würde heute bewusst durch die Welt gehen und einfach Mülltüten in die Natur werfen. Beim Ballonsteigenlassen passiert jedoch genau das, nur schöner verpackt und ungewollt. Vielleicht möchtet ihr eure Gäste ermutigen, sich eine andere Überraschung für euch auszudenken. Eine, die euch wirklich bleibt, euch berührt oder euch auch Jahre später noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Eure Diana


